FC St. Pauli: Frauen kehren in Bundesliga zurück

Hamburg wieder im 15er-Oberhaus vertreten

Acht deutsche 15er-Meistertitel stehen in den Büchern. Damis sind die Frauen des FC St. Pauli die bisher sportlich erfolgreichste Mannschaft des Gesamtvereins. Nach einer mehrjährigen Pause will ein neuformierters Team nun wieder langsam an diese Erfolge anknüpfen. Denn die braun-weißen Frauen laufen in der klassischen Rugbyvariante zur neuen Saison wieder in der Bundesliga B Gruppe Nord auf.

"Das 15er-Rugby hat bei uns im Verein eine lange Tradition. Immerhin waren wir Gründungsmitglied der Bundesliga und mit Blick auf die bisher errungenen Meisterschaften stand nie zur Debatte, dass wir wieder zur großen Spielform zurückkehren wollten", erläutert Trainer Benjamin Bekic die Rückkehr seiner Mannschaft in das ovale Oberhaus. Nach einer Weile des Aufbaus besteht der Kader mittlerweile aus rund 50 Spielerinnen. "Mit dieser entsprechenden Kadertiefe können wir endlich nachhaltig diesen Schritt gehen. Und in Verbindung mit der starken Entwicklung bei den Mädchen bin ich zuversichtlich, dass wir uns zukünftig auch wieder fest in der Bundesliga etablieren werden", blickt Bekic langfrisitig auf die sportliche Zukunft der Mannschaft. Die Vorfreude im Verein und in dessen Umfeld sei jedenfalls riesig. Alle fiebern dem 15er-Saisonstart am 20. September entgegen. "Und auch wenn es bis zu unserem ersten Heimspiel am 8. November gegen die SG Berli noch etwas dauert, planen wir bereits jetzt ein richtig gutes Event, bei dem direkt im Anschluss auch das Zweitligaderby der Männer gegen den Hamburger Rugby-Club stattfindet. Man kann also sagen, dass für die Frauen eine angemessene Bühne für den ersten Aufritt auf heimischem Geläuf bereitet wird", freut sich Bekic auf die Heimpremiere in der Rugby-Arena Stadtpark 

Der Trainer sieht seine Mannschaft für die kommenden Herausforderungen gut aufgestellt: "Der Kader ist jung, talentiert, engagiert und an den richtigen Stellen mit einigen bundesligaerfahrenen Spielerinnen ausgestattet. Wenn man dazu den stetigen Zulauf und die Integration der neuen Spielerinnen beobachtet, muss ich sagen, dass aktuell vieles wirklich erfreulich gut läuft." Auch das Trainerteam sei solide aufgestellt und habe mit Benedikt Kischka, Ex-Nationalspieler Tom Voigts (ehemals Behrend) und Dimitry Emelyashin nochmal eine deutliche Verstärkung mit drei sehr erfahrenen Leuten erfahren. Trotz aller positiver Zeichen wollen die Verantwortlichen den sportlichen Erfolg nicht überstürzen, sondern sich zunächst auf einen stetigen und nachhaltigen Aufbau konzentrieren. "Dabei kommt sicher die eine oder andere Herausforderung auf uns zu, denn letztlich sind wir jetzt erstmal die Neuen. Dazu gehört auch, dass sich das Team an die eng getaktete Saison mit mehr Terminen und mehr Belastungen, gewöhnen muss. Aber die Mädels arbeiten auf und neben dem Platz hart, um sich respektabel zu präsentieren", betont Bekic. Im Kern gehe es darum, die guten Abläufe aus dem Training umzusetzen und die sich ergebenen Chancen zu nutzen. Das Saisonziel bei der Rückkehr in die Bundesliga sei somit kein Tabellenplatz, sondern die sportliche Entwicklung. "Was am Ende dabei herauskommt, sehen wir dann", gibt sich Benjamin Bekic entspannt. Neben dem Start in der 15er-Bundesliga bleibt der FC St. Pauli auch dem olympische 7er-Rugby treu. Dort sind die Ziele höher gesteckt. "Wir haben die Qualifikation für die Finals 2026 in Hannover ins Auge gefasst", gibt der Trainer die Marschroute für die 7er-Liga vor. 

Langfristig sorgt der Klub für Nachwuchs in beiden ovalen Varianten. "Unser Projekt der U15- und U18-Mädchen ist ein riesiger Erfolg. Neben der sportlichen Entwicklung der Mädels ist es beeindruckend zu beobachten, wie die Gruppe stetig wächst und kontinuierlich neue Mädchen dazu kommen", freut sich Bekic. Mittlerweile bestehen diese Jahrgänge aus rund 20 Mädchen. Der Trainer: "Wenn ich dann noch sehe, wie viele Mädchen bei uns in der U12 und U10 Rugby spielen, freuen ich mich sehr auf unsere sportliche Zukunft." 

Zur Zeit seien die Mannschaften aber noch auf eine Spielgemeinschaft mit dem RK 03 Berlin angewiesen. Mit den Hauptstädterinnen habe der FC St. Pauli kongeniale Partnerinnen gefunden. Von der Idee wie Rugbyentwicklung aussehen sollte bis zu ganzen Art und Weise wie Kinderrugby gestaltet werde sei diese Kooperation für alle ein großer Gewinn. "Dies merken wir an jedem Spieltag und während der gemeinsamen Trainings. Mittlerweile ist aus der Spielgemeinschaft schon eine richtige Freundschaft entstanden", zieht Benjamin Bekic eine Zwischenbilanz der bisherigen Zusammenarbeit mit den Berlinerinnen. Dennoch sei das Ziel, dass beide Vereine mittelfristig wieder mit eigenen Mannschaften am Spielbetrieb in beiden Jahrgängen teilnehmen. Dies soll aber nicht über das Knie gebrochen werden. "Wir schauen, was realistisch möglich ist. Bis dahin freuen wir uns auf die neue Saison mit vielen tollen Spieltagen und hoffentlich noch mehr neuen Mädchen", äußerst sich der Trainer zur sportlichen Entwicklung des weiblichen Nachwuchses. 

Von der aktuell in England ausgetragenen 15er-WM der Frauen erhofft sich Bekic, dass das Turnier neue Spielerinnen aller Altersklassen motiviert, sich selbst auf das Feld zu wagen. "Unsere Türen sind für alle interessierten Mädchen und Frauen offen", betont er. Insgesamt bemerke er eine steigende Bekanntheit des Sports und das verstärktes Interesse an Rugby. So habe der Verein nach der Sommerpause einen Schwung neuer Spielerinnen erhalen. Es bleibe somit spannend, ob diese Entwicklung nach Ende der Sommerferien auch in der Jugend nochmal spürbaren Zuwachs bringen werde. 

Benjamin Bekic dankt dabei der Alexander Otto Sportstiftung, die den FC St. Pauli finanziell unterstützt hat, mehr weiblichen Mitglieder für den Rugbysport zu gewinnen sowie Spielerinnen und Trainerinnen weiter zu qualifizieren. Und auch als Partner der HSB-Kampagne "#mehrvonuns für mehr Mädchen und Frauen im Sport" zeigt dieses Engagement Erfolge. Daher biete der Verein weitere Probetrainings für Mädchen und Frauen an, um Interessierten den Einstieg zu erleichtern. Zudem plane der FC St. Pauli Workshops und Vorträge abseits des Platzes mit Fokus auf Frauen und Mädchen im Sport. Für diese Maßnahmen sucht der Verein aktuell qualifizierte PartnerInne und ReferentInnen. "Zudem soll es für unsere Schiedsrichterinnen Angebote geben, sich fortzubilden. Und auch dafür sollen HochkaräterInnen ins braun-weiße Boot geholt werden. Insgesamt ist uns wichtig, dass wir die Spielerinnen unterstützen, ihnen Zusatzangebote machen und im Klub einbinden. Ein gutes Umfeld sorgt dafür, dass Menschen sich wohl fühlen. Das wirkt am Nachhaltigsten und lockt neue Akteure an", skizziert Bekic das entsprechende Konzept. Der FC St. Pauli zeigt sich somit bestens aufgestellt für die anstehenden sportlich Herausforderungen auf und neben dem Platz in der Bundesliga sowie in der 7er-Liga.

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