Der Hamburger Rugby-Verband ist Landesverband im Spitzenverband Rugby Deutschland und Fachverband im Hamburger Sportbund (HSB). Er ist Dachverband der Rugbyvereine in Hamburg und vertritt die Interessen von rund 1.200 Mitgliedern in sieben Vereinen in den Sportarten Rugby Union, Tag Rugby, Touch Rugby und Australian Football.
Der Hamburger Rugby-Verband berät und unterstützt Neugründungen von Vereinen des ovalen Sports in und um Hamburg. Zudem bietet der HHRV fortlaufende Schulprojekte, ein jährliches Rugby-Feriencamp sowie ein inklusives Projekt für Kinder und Jugendliche aus dem Autismus-Spektrum an.
Die Heimat des HHRV ist dabei die Rugby-Arena Stadtpark. Zudem stehen vier weitere Sportanlagen in den Bezirken Hamburg-Nord, Wandsbek, Eimsbüttel und Hamburg-Mitte den angeschlossenen Vereinen für den Trainings- und Spielbetrieb zur Verfügung.
Nachrichten aus Hamburgs ovaler Sportwelt
Aktuelles vom HHRV und seinen Vereinen

Abschied von Hamburgs Rekordnationalspieler
Horst Wohler mit 83 Jahren verstorben
Zwischen 1964 und 1975 stehen 30 Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft in den Büchern. Damit avancierte Horst Wohler zum Hamburger Rekordinternationalen. Ein Rekord, der heute noch Bestand hat. Umso trauriger macht uns daher die Nachricht seines Heimatvereins FC St. Pauli, dass Wohler nun mit 83 Jahren verstorben sei. Damit verbaschiedet sich der Hamburger Rugbysport von einem ganz Großen der ovalen Zunft an Elbe und Alster. Gleichzeitig verliert der Hamburger Rugbysport einen seiner fachkundigsten Chronisten des ovalen Spiels.
Horst Wohler trat 1960 in die Rugbyabteilung des FC St. Pauli ein und wurde schnell zu einem der erfolgreichsten Spieler des Vereins des vergangenen Jahrhunderts. Neben unzähligen Hamburger Meisterschaften und der Deutschen Vizemeisterschaft 1964 erhielt Wohler für seine Verdienste auf und neben dem Platz für den Rugbypsort in Hamburg und Deutschland sowohl den Goldenen Ehrenball des Deutschen Rugby-Verbandes und die Ehrenplakete des Spitzenverbandes. Auszeichnungen, besonders auch in dieser Kombination, die nur wenigen Rugbyaktiven in Deutschland zuteil kam. In Erinnerung bleibt zudem seine elegante Spielweise, die ihm beim FC St. Pauli zum Führungsspieler und Kapitän machte.
Der Hamburger Rugby-Verband spricht der Familie sowie Freunden und Weggefährten von Horst Wohler sein tief empfundenes Beileid aus und wünscht ganz viel Kraft in diesen schweren Stunden.
Foto: FC St. Pauli

Olympische Spiele: Eine Chance für den ovalen Sport
Hamburgs Rugby im Blick der Bewerbungskampagne
Die Freude in der Hamburger Rugbygemeinschaft war groß, als Vertreter der Stadt angekündigt hatten, sich für olympische und paralympische Sommerspiele zwischen Elbe und Alster zu bewerben. Gehört die 7er-Variante des olympischen Sports seit Rio 2016 doch zu den attraktivsten und stark nachgefragtesten Wettbewerben. Umso größer war das Unverständis, als die Meldung kam, die beiden Turniere der Männer und Frauen würden bei Zuschlag für die Spiele in Kiel ausgerichtet werden. Ernüchterung setzte ein. Doch dieser weicht nun wieder Zuversicht, nachdem Verteter der Vorprojekts olympische und paralympische Spiele sowie des Hamburger Sportbundes im Haus des Sports das Trainingsstättenkonzept der Stadt für Spiele im Zeichen der Ringe vorgestellt haben.
Steffen Rülke und André Güldner vom Vorprojekt und HSB-Geschäftsführer Daniel Knoblich erläuterten das 100 Sportanlagen umfassende Konzept. Für Rugby bedeutet dies, dass zwei Spielfelder für die Vorbereitung auf den ovalen Kampf um die Medaillen vorgehalten werden müssen. Erwähnung fand in diesem Zusammenhang die modernisierte und jüngst während der "Super Week" vom Weltverband World Rugby in den höchsten Tönen gelobte Rugby-Arena Stadtpark. Dennoch gab es auf Seiten des HHRV Nachfragen an die Vortragenden, aus denen sich eine kurze kontroverse Diskussion ergab, in der beiden Seiten ihre Standpunkte deutlich machten. Denn mit Blick auf die vorhandene ovale Sportinfrastrukltur in Hamburg sowie die propagierten "Spiele der kurzen Wege" ergab die Vergabe der Rugbywettbewerbe nach Kiel aus Sicht des HHRV noch immer keinen Sinn - wird doch in Hamburg ein neues Stadion gebaut, in dem die Leichtathletikwettberbe ausgetragen werden sollen. Und hier zeigte Paris, dass Rugby und die Kernsportart olympischer Spiele wunderbar zusammengehen und terminlich aufeinander abgestimmt für ein volles Haus sorgten. Hier liegt aber des Pudels Kern begraben.
Die Verantwortlichen des Vorprojektes geht nicht davon aus, an Elbe und Alster die Zuschauendenzahlen wie an der Seine zu erreichen. Statt eines nur halbgefüllten Stadions im Volkspark setzten sie auf prall gefüllte Ränge an der Förde. Fair enough. Auch wenn sich das Hamburger Rugby ein wenig mehr Mut bei der Stadionwahl wünscht. Denn Rugby, und besonders die olympische 7er-Variante, ist mehr als nur Sport. Denken wir an die gemeinsam feiernden, tanzenden und singenden Fans aus Fidschi, Südafrika, Neuseeland und den Rest der ovalen Welt. Bilder, die den olympischen Geist perfekt widerspiegeln und nun womöglich in Kiel rund um das Holstein-Stadion erzeugt werden. Dennoch wird der HHRV die Olympiakampagne der Active City nach Kräften unterstützen. Denn womöglich ist diese Bewerbungsrunde "die letzte Chance auf olympische und paralympische Spiele in Deutschland", wie Vorprojekt-Chef Steffen Rülke betonte. Und die würden auch dem Rugbysport in der Hansestadt einen weiteren Schub verpassen.
Bei Zuschlag würden Bundesmittel nach Hamburg fließen, die zusammen mit einem kalkuliertem Gewinn aus den Spielen in Höhe von 100 Millionenn Euro auch in die Modernisierung der Sportinfrastruktur in den Stadtteilen und den Quartieren investiert werden würde. Dabei haben die Verantwortliche weiterhin auch die Rugby-Arena Stadtpark sowie mögliche weitere zu entwicklende Standorte im Blick. Und ganz ausgeschlossen ist es nicht, olympisches Rugby-Flair in Hamburg zu genießen. Denn sollten sich Nationen entscheiden, ihre Quartier im olympischen Dorf im Volkspark aufzuschlagen, wäre die Sportinfrastruktur des HHRV erste Adresse für Trainingseinheiten. Besonders für den Rugbynachwuchs wäre dies eine unvergessliche Gelegenheit, den ovalen Stars ganz nahe zu kommen, sich Tricks und Kniffe abzuschauen und auf Autogrammjagd zu gehen. Und vielleicht kann auch eine gemeinsame Trainingseinheit absolviert werden - unterstützt von den Männer und Frauen der Hamburger Vereine.
Der HHRV wird daher das Angebot annehmen, sich weiterhin gemeinsam mit dem Vorprojekt auszutauschen, damit bis zum 31. Mai der Weg für ein positives Referendum freigeräumt bleibt. Einen Weg, den der ovale Sport der Stadt gemeinsam mit dem Hamburger Sport beschreitet.

Lehrgang mit Pfeife in Theorie und Praxis
Hamburg etabliert sich als Ausbildungsstandort
Nur eine Woche nach dem "Super Saturday" von World Rugby, Rugby Europe und Rugby Deutschland stand bereits der nächste Lehrgang in der Rugby-Arena Stadtpark an. Dieses Mal kamen 21 BundesligaschiedsrichterInnen, zehn Coaches of Match Official (CMO) sowie fünf Educators aus ganz Deutschland in Hamburg zusammen, um sich auf die ausstehende Spielzeit im ovalen Ober- und Unterhaus intensiv in Theorie und Praxis vorzubereiten.
Das Wochenende war dabei von eijner durchgehend positiven Stimmung unter den Teilnehmenden geprägt. Diese fußte auf den gewinnbringenden Austausch zwischen den erfahrenen und neu dazugekommenen Unparteiischen, die das intensive durch die CMO durchliefen. Und auch der FC St. Pauli unterstütze die Ausbildung der SchiedsrichterInnen. Denn die Testspeiele der Männer und Frauen gegen den Vienna Celtic RC und den Gothenburg RC ermöglichte den SchiedsrichterInnen, dem Erlernten gleich einem Praxistest vor Ort an der Saarlandstraße zu unterziehen.
Dabei gab es durchweg positive Rückmeldung der Teilnehmenden zu der modernen Anlage im Stadtpark, der Heimat des ovalen Sports in der Hansestadt, sowie die professionelle Ausrichtung des Lehrganges durch den Hamburger Rugby-Verband. Ebenso ging der Dank an das Gastroteam des Verbandshauses, das wieder ausgiebig für das leibliche Wohl währen der zwei Tage in der Rugby-Arena Stadtpark sorgte.
"Wir bedanken uns als Educator ganz herzlich beim Hamburger Rugby-Verband für die ausgezeichnete und professionelle Ausrichtung und Organisation des Lehrgangs und auch beim FC St Pauli für die Möglichkeit, die Freundschaftsspiele in den Lehrgang zu integrieren", lautete das Fazit von Educator Verena Fickenscher. Und wer ganz früh an der Pfeife anfangen möchte, meldet sich einfach für das JungschiedsrichterInnen-Programm des Hamburger Rugby-Verbandes an. Informationen dazu erteilt der HHRV-Referent Sport- und Schiedsrichterwesen Thomas Engler per E-Mail. Damit etabliert sich Hamburg immer mehr zu einem leistungsstarken und -fähigen Ausbilsdungsstandort in Rugby Deutschland.





