Nachrichten aus Hamburgs ovaler Sportwelt

Aktuelles vom HHRV und seinen Vereinen

Verband 26.03.2026

DOSB fördert Hamburg 7s als Klimaprojekt

Impulsgeber für weitere Sportveranstaltungen

Seit der Premiere im jahr 2023 haben die Hamburg 7s so manche Wetterkapriole vollzogen: brüllend heiße Temperaturen sowie Gewitter-, Starkregen- und Sturmereignisse. Der Sommer an der Waterkant zeigte sich über die bisherigen Jahre mit all seinen Facetten. Der Klimawandel hinterlässt dabei auch im Sport seine Spuren und sorgt dabei für Maßnahmen zur Klimaanpassung von Veranstaltungen. Daher fördert der DOSB das EM-Turnier im Sportpark Steinwiesenweg im Rahmen des Pilotprojektes "Klima wandelt Sport" als übertragbares Modell für klimafeste Großveranstaltungen, die langfristig zur Resilienz des Sport gegenüber zunehmender Klima- und Wetterextremen beitragen sollen.

Gerade im olympischen 7er-Rugby mit seinem dreitägigen Turnierformat und jeweils rund zehn Stunden Veranstaltungszeit pro Tag entstehen durch die veränderten klimatischen Bedingungen neue Risiken für Athlet*innen, Zuschauende und Helfende. Der DOSB fördert daher das EM-Turnier in der Hansestadt neben Veranstaltungen im Badminston und im Orientierungslauf als eines von drei innovative Pilotprojekte, die konkrete Ansätze zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels im Sport entwickeln. Rugby Deutschland entwickelt dabei gemeinsam mit der Hamburger Agentur green4sports im Rahmen der Hamburg 7s ein übertragbares Klimaanpassungskonzept für Outdoor-Sportgroßveranstaltungen. Hintergrund sind zunehmende Extremwetterereignisse wie Hitze, Starkregen und Stürme, die bereits in den vergangenen Jahren Auswirkungen auf das Turnier hatten.

Auf Grundlage von Klimadatenanalysen und Szenarien werden konkrete Maßnahmen für die Bereiche Sportstätten, Umwelt und Gesundheit entwickelt. Dazu zählen unter anderem Schutzmaßnahmen bei Extremwetter, klare Kommunikationsstrukturen sowie die Einrichtung einer klimabeauftragten Person. Ausgewählte Maßnahmen werden direkt bei der Veranstaltung erprobt und evaluiert. Ziel ist ein praxiserprobtes Modell für resiliente Sportevents. Die Hamburg 7s dienen somit beim Umgang mit klimatischen Herausforderungen als Impulsgeber für weitere Veranstaltungen im organisierten Sport.

Foto: Jan Perlich

HHRV-News

Verband 20.03.2026

Abschied von Hamburgs Rekordnationalspieler

Horst Wohler mit 83 Jahren verstorben

Zwischen 1964 und 1975 stehen 30 Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft in den Büchern. Damit avancierte Horst Wohler zum Hamburger Rekordinternationalen. Ein Rekord, der heute noch Bestand hat. Umso trauriger macht uns daher die Nachricht seines Heimatvereins FC St. Pauli, dass Wohler nun mit 83 Jahren verstorben sei. Damit verbaschiedet sich der Hamburger Rugbysport von einem ganz Großen der ovalen Zunft an Elbe und Alster. Gleichzeitig verliert der Hamburger Rugbysport einen seiner fachkundigsten Chronisten des ovalen Spiels.

Horst Wohler trat 1960 in die Rugbyabteilung des FC St. Pauli ein und wurde schnell zu einem der erfolgreichsten Spieler des Vereins des vergangenen Jahrhunderts. Neben unzähligen Hamburger Meisterschaften und der Deutschen Vizemeisterschaft 1964 erhielt Wohler für seine Verdienste auf und neben dem Platz für den Rugbypsort in Hamburg und Deutschland sowohl den Goldenen Ehrenball des Deutschen Rugby-Verbandes und die Ehrenplakete des Spitzenverbandes. Auszeichnungen, besonders auch in dieser Kombination, die nur wenigen Rugbyaktiven in Deutschland zuteil kam. In Erinnerung bleibt zudem seine elegante Spielweise, die ihm beim FC St. Pauli zum Führungsspieler und Kapitän machte. 

Der Hamburger Rugby-Verband spricht der Familie sowie Freunden und Weggefährten von Horst Wohler sein tief empfundenes Beileid aus und wünscht ganz viel Kraft in diesen schweren Stunden.

Foto: FC St. Pauli

HHRV-News

Verband 19.03.2026

Olympische Spiele: Eine Chance für den ovalen Sport

Hamburgs Rugby im Blick der Bewerbungskampagne

Die Freude in der Hamburger Rugbygemeinschaft war groß, als Vertreter der Stadt angekündigt hatten, sich für olympische und paralympische Sommerspiele zwischen Elbe und Alster zu bewerben. Gehört die 7er-Variante des olympischen Sports seit Rio 2016 doch zu den attraktivsten und stark nachgefragtesten Wettbewerben. Umso größer war das Unverständis, als die Meldung kam, die beiden Turniere der Männer und Frauen würden bei Zuschlag für die Spiele in Kiel ausgerichtet werden. Ernüchterung setzte ein. Doch dieser weicht nun wieder Zuversicht, nachdem Verteter der Vorprojekts olympische und paralympische Spiele sowie des Hamburger Sportbundes im Haus des Sports das Trainingsstättenkonzept der Stadt für Spiele im Zeichen der Ringe vorgestellt haben. 

Steffen Rülke und André Güldner vom Vorprojekt und HSB-Geschäftsführer Daniel Knoblich erläuterten das 100 Sportanlagen umfassende Konzept. Für Rugby bedeutet dies, dass zwei Spielfelder für die Vorbereitung auf den ovalen Kampf um die Medaillen vorgehalten werden müssen. Erwähnung fand in diesem Zusammenhang die modernisierte und jüngst während der "Super Week" vom Weltverband World Rugby in den höchsten Tönen gelobte Rugby-Arena Stadtpark. Dennoch gab es auf Seiten des HHRV Nachfragen an die Vortragenden, aus denen sich eine kurze kontroverse Diskussion ergab, in der beiden Seiten ihre Standpunkte deutlich machten. Denn mit Blick auf die vorhandene ovale Sportinfrastrukltur in Hamburg sowie die propagierten "Spiele der kurzen Wege" ergab die Vergabe der Rugbywettbewerbe nach Kiel aus Sicht des HHRV noch immer keinen Sinn - wird doch in Hamburg ein neues Stadion gebaut, in dem die Leichtathletikwettberbe ausgetragen werden sollen. Und hier zeigte Paris, dass Rugby und die Kernsportart olympischer Spiele wunderbar zusammengehen und terminlich aufeinander abgestimmt für ein volles Haus sorgten. Hier liegt aber des Pudels Kern begraben. 

Die Verantwortlichen des Vorprojektes geht nicht davon aus, an Elbe und Alster die Zuschauendenzahlen wie an der Seine zu erreichen. Statt eines nur halbgefüllten Stadions im Volkspark setzten sie auf prall gefüllte Ränge an der Förde. Fair enough. Auch wenn sich das Hamburger Rugby ein wenig mehr Mut bei der Stadionwahl wünscht. Denn Rugby, und besonders die olympische 7er-Variante, ist mehr als nur Sport. Denken wir an die gemeinsam feiernden, tanzenden und singenden Fans aus Fidschi, Südafrika, Neuseeland und den Rest der ovalen Welt. Bilder, die den olympischen Geist perfekt widerspiegeln und nun womöglich in Kiel rund um das Holstein-Stadion erzeugt werden. Dennoch wird der HHRV die Olympiakampagne der Active City nach Kräften unterstützen. Denn womöglich ist diese Bewerbungsrunde "die letzte Chance auf olympische und paralympische Spiele in Deutschland", wie Vorprojekt-Chef Steffen Rülke betonte. Und die würden auch dem Rugbysport in der Hansestadt einen weiteren Schub verpassen. 

Bei Zuschlag würden Bundesmittel nach Hamburg fließen, die zusammen mit einem kalkuliertem Gewinn aus den Spielen in Höhe von 100 Millionenn Euro auch in die Modernisierung der Sportinfrastruktur in den Stadtteilen und den Quartieren investiert werden würde. Dabei haben die Verantwortliche weiterhin auch die Rugby-Arena Stadtpark sowie mögliche weitere zu entwicklende Standorte im Blick. Und ganz ausgeschlossen ist es nicht, olympisches Rugby-Flair in Hamburg zu genießen. Denn sollten sich Nationen entscheiden, ihre Quartier im olympischen Dorf im Volkspark aufzuschlagen, wäre die Sportinfrastruktur des HHRV erste Adresse für Trainingseinheiten. Besonders für den Rugbynachwuchs wäre dies eine unvergessliche Gelegenheit, den ovalen Stars ganz nahe zu kommen, sich Tricks und Kniffe abzuschauen und auf Autogrammjagd zu gehen. Und vielleicht kann auch eine gemeinsame Trainingseinheit absolviert werden - unterstützt von den Männer und Frauen der Hamburger Vereine. 

Der HHRV wird daher das Angebot annehmen, sich weiterhin gemeinsam mit dem Vorprojekt auszutauschen, damit bis zum 31. Mai der Weg für ein positives Referendum freigeräumt bleibt. Einen Weg, den der ovale Sport der Stadt gemeinsam mit dem Hamburger Sport beschreitet.

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