Mädchen und Frauen Chancen zur Weiterentwicklung bieten
HHRV-Frauenreferentin Martina Lenton im Gespräch

- 12.10.2026
Während der jüngsten außerordentlichen Mitgliederversammlung des Hamburger Rugby-Verbandes im Verbandshaus der Rugby-Arena Stadtpark stand die Wahl zur HHRV-Referentin auf der Agenda. Die anwesenden Vereinsvertreter*innen votierten dabei für Martina Lenton. Der HHRV stellt die neue Amtsinhaberin in einem Interview vor und spricht mit ihr zur den Perspektiven und Entwicklungschancen des ovalen Sports in Hamburg und warum Rugby der perfekte Sport auch für Mädchen und Frauen ist.
Hamburger Rugby-Verband: Martina, als Kapitänin führst du die Mannschaft des FC St. Pauli in der Bundesliga auf das Feld. Was hat dich dazu bewogen, nun auch als HHRV-Referentin die Geschicke des Frauen-Rugbys in der Hansestadt zu lenken?
Martina Lenton: Ich möchte die Entwicklung des Frauen-Rugbys in Hamburg unterstützen und voranbringen.
HHRV: Eine der Wiegen des Frauen-Rugbys in Deutschland stand in Hamburg. Mit Blick auf diese Tradition: Wie bewertest du den aktuellen Stand des Frauen-Rugbys in Hansestadt?
Lenton: Ich sehe in den vergangenen Jahren ein riesiges Wachstum im Frauen-Rugby in Hamburg. Momentan existieren zwei Vereine (Anm. d. Red.: FC St. Pauli und Hamburger Rugby-Club), die ständig neue Spielerinnen gewinnen, sich für die Entwicklung von Mädchenteams einsetzen und generell die Werte unseres Sports vertreten.
HHRV: Welches Potenzial siehst du im Rugby für Frauen, wo möchtest du ansetzen, um dieses Potenzial noch mehr zu heben?
Lenton: International wächst Rugby momentan besonders im Frauenbereich. Diese Tendenz sehen wir auch in Hamburg und wollen sie unbedingt weiter vorantreiben. Da der Sport in Deutschland noch als Nischensport zu betrachten ist, finden neue Spielerinnen schnell Anschluss und haben die Möglichkeit, auch im Erwachsenenalter an einem Teamsport teilzunehmen.
Durch die verschiedenen Ligen, an denen die Hamburger Teams teilnehmen, haben Frauen aller Erfahrungsniveaus die Chance, an Wettbewerben teilzunehmen und dadurch zu wachsen und sich weiterzuentwickeln.
HHRV: Wie stellst du dir dabei die Zusammenarbeit im HHRV vor - hast du bereits Ansatzpunkte identifiziert, an die du bereits andocken möchtest?
Lenton: Ich stelle mir eine Partnerschaft zwischen Verband und Vereine vor, die allen Teams die Möglichkeit gibt, ihr volles Potenzial zu erreichen.
HHRV: Hast du bereits Ideen oder Konzepte, wie Verband und Vereine den Mädchen eine sportliche Perspektive jenseits des stark prosperierenden Nachwuchsbereiches bieten können?
Lenton: Der Nachwuchsbereich wächst erfreulich stark. Entscheidend ist aus meiner Sicht, dass Mädchen auch danach eine Perspektive im Rugby sehen. Dafür kann ich mir mehrere Ansätze vorstellen: einen gestuften Übergang in den Frauenbereich, sowie Angebote für unterschiedliche Leistungsniveaus. Außerdem möchte ich Wege aufzeigen, sich als Trainerin oder Schiedsrichterin zu engagieren.
HHRV: Warum sollten aus deiner Sicht unbedingt mehr Frauen zum ovalen Leder greifen, was macht Rugby gerade für Frauen so besonders?
Lenton: Wie man so gerne sagt: Jeder Körpertyp ist im Rugby nicht nur willkommen, sondern explizit gebraucht. Groß, klein, kräftig, schnell - jede Frau bringt Stärken mit, die im Rugby gefragt sind. Rugby schenkt Selbstbewusstsein und starke Freundschaften. Denn wer auf dem Feld füreinander da ist, wird es auch außerhalb sein. Dazu kommt eine Community, die auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene gastfreundlich und einladend ist.











