Personal wechselt - Hamburg 7s bleiben

HHRV steht vor personeller Zäsur

Die jüngste außerordentliche Jahreshauptversammlung des Hamburger Rugby-Verbandes hat eine personelle Zäsur beim ovalen Fachverband der Hansestadt eingeläutet. HHRV-Vorsitzender Nils Zurawski, HHRV-Vize Ivo Beckmann sowie HHRV-Jugendreferent Nico Chemin haben angekündigt, bei der ordentlichen Jahreshauptversammlung im Februar 2027 nicht mehr zur Wiederwahl zur Verfügung zu stehen. Und auch HHRV-Pressereferent Matthias Hase wird spätestens zu diesem Zeitpunkt sein Amt niederlegen. Eine Konstante kann der HHRV im Nachgang der aJHV dennoch verkünden: Die Hamburg 7s steigen kommendes Jahr zum fünften Mal nacheinander wieder im Steinpark Steinwiesenweg. Der genaue Austragungstermin für das EM-Turnier der Männer und Frauen ist dabei das erste Juli-Wochenende kommenden Jahres.

Mit den angekündigten Demessionen neigt sich beim HHRV eine Ära ihrem Ende entgegen, die nahzu ein Jahrzehnt angedauert hat. Das Fazit fällt dabei äußerst positiv aus. Angefangen mit der Realisierung und dem anschließenden erfolgreichen Betrieb des Verbandshauses in der Rugby-Arena Stadtpark, über die komplette Modernisierung und Sanierung der ovalen Heimat in der Hansestadt. Dabei fällt zumnächst der Kunstrasen an der Saarlandstraße ins Auge, eingerahmt von einer LED-Flutlichtanlage und ergänzt durch ein renoviertes Sportfunktionsgebäude. Alles gefördert mit Mitteln des Bundes, der Stadt Hamburg, des Bezirkes Hamburg-Nord sowie der Beisteuerung von nicht unerheblichen Eigenmitteln und unschätzbarer Eigeninitiative. Zudem auf Habenseite zu verbuchen: Dem Hamburger Rugbysport stehen mittlerweile in vier Bezirken Sportanlagen zur unterschiedlichen Nutzung zur Verfügung. Einzelne Anlagen erhalten dabei mittelfristig eine Aufwertung und werden den speziellen Anforderungen des ovalen Sports angepasst. Und auch sportlich hat der HHRV ein nachgefragtes Schulprojekt etabliert, organisiert ein alle Jahre wieder ausgebuchtes Rugby-Ferinecamp und ist Kooperationspartner eines prämierten Autismus-Projektes.

Obwohl einer der kleinsten Sportfachverbände in der Active City hat sich der HHRV über die vergangenen Jahre zudem mit Nachdruck bemerkbar gemacht und sich Gehör in der sportpolitischen Landschaft im Bezirk Hamburg-Nord sowie bei den Instituitionen der Stadt Hamburg verschafft. Dabei beweist der Hamburger Rugby-Verband immer wieder, dass er ein verlässlicher Partner ist - sei es in der unmittelbaren sportlichen Nachbarschaft im Stadtpark, beim zuständigen Bezirklsamt Hamburg-Nord, beim Hamburger Sportbund, beim Landessportamt der Behörde für Inneres und Sport sowie bei Rugby Deutschland. Die Interessen des ovalen Sports im Blick erweisen sich die HHRV-Verantwortlichen dabei als konstruktiver und lösungsorientierter, ab und an auch als kritischer, Gesprächspartner. Nicht umsonst entwickeln sich die Hamburg 7s zu einem festen Bestandteil im Sportkalender der Hansestadt, ist der HHRV ein geschätztet Partner des Spitzenverbandes, wenn es um Maßnahmen der Fort-, Weiter- und Ausbildung in allen Bereichen des ovalen Sports geht. "Der HHRV-Vorsitzende ist daher kein Verwalter - die Aufgaben sind wesentlich größer und breiter zu sehen. Der Vorsitz bedeutet in erster Linie Gestaltung", formuliert der im kommenden Februar scheidende HHRV-Vorsitzende Nils Zurawski (Foto) treffend. Aufgaben, in die unzählige Stunden ehrenamtlichen Arbeit, Freizeit und Gesprächsrunden mit unterschiedkichsten Akteuren aus Verwaltung, Behörden und Sport investiert wurden

Der oder die künftige Vorsitzende müsse den Willen zu überparteilicher Artbeit über Vereinsgrenzen hinaus besitzen. "Der Hamburger Rugby-Verband verfolgt eigene sportpolitische Interessen zum Wohle des gesamten Rugbysports in der Hansestadt und dient nicht ausschließlich als Sprachrohr der Vereine sowie deren Streitschlichter", betont Zurawski. "Der Blick über den Tellerrand der Vereinspolitik ist ist wichtig. Dann macht die Arbeit als Vorsitzendes richtig Spaß." Und auch wenn die Ergebnisse der Arbeit des Fachverbandes nicht immer auf den ersten Blick erkennbar seien, sei der HHRV für die Vereine wichtig. "Keinen Verband zu haben, stellt keine Alternative dar", führt Nils Zurawski aus. 

Eine wichtige Personalie für die kommenden zwei Jahre wurde auf der aJHV daher bereits getroffen: Martina Lenton (FC St. Pauli) ist die neue HHRV-Frauenreferentin und Nachfolgerin ihrer Klubkameradin Anja Menschel, die sich nun vereinsinternen Aufgaben widmet. Somit ist eine erste personelle Entscheidung gefallen. Weitere werden im Februar folgen. Sicher ist dabei: Der Hamburger Rugby-Verband steht auf einem soliden und festen Fundament wie noch nie in seiner nun knapp 75-jährigen Geschichte seit Gründung 1952. Ein Fundament, auf das die Nachfolger der noch amtierenden HHRV-Verantwortlichen in den kommenden Jahren weiter erfolgreich aufbauen können.

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